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Animationsfilm „Persepolis“ gewinnt Preis der Jury

Der Animationsfilm „Persepolis“ gewinnt den Preis der Jury bei den 60. Filmfestspielen in Cannes. „Persepolis“ basiert auf dem Comic der Iranerin Marjane Satrapi und handelt von der Kindheit und Jugend eines Mädchens im Iran nach der islamischen Revolution.

Details zum Film bei der Internet Movie Database

Bei Youtube:
Der Trailer und drei Ausschnitte:
Extract 01
Extract 02
Extract 03

Aus der Besprechung von Susan Vahabzadeh in der Süddeutschen Zeitung vom 25. Mai: „Marjane Satrapi, 1969 in Teheran geboren und in Frankreich zu Ruhe und Ruhm gekommen, hat ihre Erinnerungen an die islamische Revolution von 1978 in dem Comic-Roman "Persepolis" verarbeitet und diesen nun zusammen mit Vincent Paronnaud als Zeichentrickfilm adaptiert, wunderschön, humorvoll und melancholisch.

(...) Wie die Comics in Schwarzweiß gehalten, mit Märchenelementen und scherenschnittartigen Schattenspielen, beschreibt Satrapi die Ereignisse aus der Kinderperspektive, die oft die entlarvendste ist. Und ihr sind ganz phantastische Bilder dazu eingefallen: Als der Krieg gegen den Irak begonnen hat und Bomben auf Teheran niederprasseln, sieht sie beispielsweise einmal die Hand einer toten Frau unter den Trümmern eines Hauses, ihr Gesicht entfernt sich auf der Leinwand in der Dunkelheit und verwandelt sich im Entschwinden ganz langsam in Edvard Munchs "Schrei".

(...) Satrapi ist so eine Art Anti-Frank-Miller, ihre Darstellung von Gewalt ist zart, minimalistisch und von tiefer Trauer erfüllt. "Persepolis" ist eben kein Ventil, sondern eine direkte Übertragung gelebter Erinnerung. Geh weg, brüllt das Kind Marjane Gott an, als der nach dem Tod ihres Onkels zum Trost heranschwebt, einen, der so was erlaubt, will ich nicht. Immer wieder packt sie den Gottesstaat bei seiner größten Schwäche - er hat es nicht so mit der Logik: Wenn Sie das Wackeln meines Hintern stört, schauen Sie doch einfach nicht hin, Sie Ferkel.“

Der dem Film zugrundeliegende Comic „Persepolis“ wurde auf der Frankfurter Buchmesse zum Comic des Jahres 2004 ernannt. Ein Artikel dazu bei comic.de

29.5.2007


 


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