Blickpunkt:Film bringt in seiner aktuellen Ausgabe 38/08 ein Interview mit Michael Schmetz, Sprecher des Vorstands des VdAP. Das Interview im Wortlaut:
Nachgefragt bei Michael Schmetz Wenig Sendeplätze
Ludwigsburg – Michael Schmetz, Finanzierungsberater und Vorstandssprecher des Verbands der deutschen Animationsfilmproduzenten, über die Stärke der deutschen Animationsbranche.
Der Verband der deutschen Animationsfilmproduzenten (VdAP) wurde vor zwei Jahren auf dem Cartoon Forum in Pau gegründet – wo steht er heute? Der Verband hatte sieben Gründungsmitglieder, heute haben wir 20 Mitglieder, neben den Produzenten sind auch der Fernsehsender NICK, das Animationsfilminstitut in Ludwigsburg und das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart dabei. Wir machen Lobbyarbeit für die gesamte Animationsbranche. So haben wir bewirkt, dass der Deutsche Film-Fernseh-Fonds (DFFF) seine Grundsätze auch dem Animationsfilm angepasst hat. Aktuell wird darüber verhandelt, dass Animationsspielfilme künftig bereits ab Herstellungskosten von einer Mio. Euro anerkannt werden.
Auf dem Cartoon Forum werden 15 französische, zehn englische und zehn deutsche Projekte präsentiert. Spiegelt das die Stärke der deutschen Branche wider? Im Großen und Ganzen ja. Sowohl die Serien als auch die Animationslangfilmproduktion haben in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen. Leider werden die Sendeplätze für Animation im deutschen Fernsehen immer weniger, insbesondere auch dadurch, dass immer mehr Kinderprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender in den KiKa verlagert wird.
Sind deutsche Animationsfilmproduktionen international konkurrenzfähig? Auf alle Fälle. Zwei Drittel der deutschen Animationsserien entstehen bereits in europäischer Koproduktion. „Dragon – der kleine blaue Drache“ von Scopas wurde in 36 Länder (inzwischen sogar in mehr als 50 Länder, die Red.) verkauft. Es wäre allerdings wünschenswert, dass Koproduktionen von deutschen Sendern pflichtmäßig mit einem deutschen Koproduzenten durchgeführt werden. Es kommt immer öfter vor, dass öffentlich-rechtliche Sender mit ausländischen Produzenten arbeiten ohne jegliche deutsche Beteiligung.
Welches sind die nächsten Ziele des Verbands? Wir wollen einen Deutschen Filmpreis für Animation. Und wir werden uns verstärkt für die Aus- und Weiterbildung einsetzen, indem wir neben dem Ludwigsburger Animationsinstitut auch alle anderen Animationshochschulen integrieren wollen. Nach wie vor bleibt unser Ziel, die hohe Qualität der deutschen Animation in Deutschland und international bekannt zu machen. cos
Aus: Blickpunkt:Film Nr. 38/08 vom 15. September 2008, S. 17 – Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Entertainment Media Verlags
15. September 2008
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In mehr als 50 Länder verkauft: „Dragon“ (scopas)

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